Allgemeine Hinweise zum Einsatz einer USV
Unterbrechungsfreie Stromversorgungen gibt es heute für verschiedene Bedürfnisse. Das Angebot reicht vom einfachen
Standgeräten für die Büroumgebung bis hin zu 3-Phasen Großgeräten mit Redundanz und anreihbaren Batteriemodulen zur
Absicherung unternehmenskritischer Großrechenanlagen. USVs sichern die Verfügbarkeit von Computern, medizinischer
Technik oder Telefonanlagen. Dabei ist ihre Aufgabe, Stromschwankungen und kurzfristige Störungen in der Netzversorgung
abzufangen und zu stabilisieren. Bei einer längeren Stromunterbrechung schalten die USVs automatisch auf Batteriebetrieb
um. Je nach Kapazität der Batterien bleibt dann Zeit die Computer kontrolliert herunterzufahren oder auf
Notstromaggregate umzuschalten.
Angemessene Sicherheit für den geplanten Einsatz
Nach dieser Frage richtet sich die Auswahl der richtigen USV-Technologie, denn je nach Einsatzfall gibt es
unterschiedliche Empfehlungen: Für die Absicherung geschäftskritischer Anwendungen sind
Online-USVs
am besten geeignet. Diese Systeme versorgen die angeschlossenen Geräte ununterbrochen mit intern erzeugter
Wechselspannung. Dazu verwenden diese Anlagen die so genannte Double-Conversion-Methode, bei der die Netzspannung
kontinuierlich in Gleichspannung umgewandelt wird. Diese fließt dann über die Batterie durch einen Wechselrichter,
um Wechselspannung für die Systemlast zu erzeugen. Vorteile: Das Gerät braucht bei Störungen keine Umschaltzeit
und erzeugt eine konstante, saubere Ausgangsspannung und Frequenz. Ein
Offline-Gerät
hingegen versorgt die angeschlossenen Rechner im Normalfall mit Netzspannung und springt erst bei Stromausfall
ein. Dadurch entsteht zwar eine Umschaltzeit, dafür sind aber die Anlagen meist sehr preisgünstig und leise
im Betrieb. Für PCs und kleine Server stellt eine Line-Interactive-USV oft die Lösung mit dem besten
Preis-Leistungs-Verhältnis dar. Bei diesem Mischverfahren zwischen Online- und Offline-Technik wird der Inverter
ständig zum Laden der Akkus betrieben, die Last aber normalerweise vom Netz versorgt. Der Vorteil dieser Anlagen
besteht in ihrer extrem kurzen Umschaltzeit und einer hohen Filterleistung.
Auswahl der abzusichernden Geräte
Bei der Bestandsaufnahme sollten nicht nur Rechner, sondern auch Peripheriegeräte und Netzwerkkomponenten wie
Router, Hubs oder externe Datenspeicher berücksichtigt werden. Viele USV-Hersteller versuchen, ihre Kunden bei
der Auswahl der richtigen Anlage mit einem Web-basiertem Konfigurator direkt zu unterstützen.
Berechnung der Mindestleistung einer USV
Jedes abzusichernde Gerät hat ein Typenschild, welches Volt- und Ampere-Werte ausweist. Multipliziert man diese
beiden Zahlen miteinander, ergibt sich daraus die so genannte Scheinleistung des Geräts in Voltampere. Manchmal
findet man aber auch nur den Leistungswert in Watt auf dem Typenschild; der beziffert die so genannte Wirkleistung
des Geräts. Um hier ebenso auf die Scheinleistung des Geräts zu kommen, muss diese Zahl mit dem Kehrwert des
Cosinus phi (etwa 1,4) multipliziert werden. Addiert man jetzt die errechneten Voltampere-Werte aller abzusichernden
Geräte, hat man die Mindestleistung der USV bestimmt. Beim Kauf einer unterbrechungsfreien Stromversorgung darf
also deren abgegebene Leistung auf keinen Fall diesen Gesamtwert in Voltampere unterschreiten.
USV dimensionieren
IT-Umgebungen haben durchschnittlich eine jährliche Wachstumsrate von etwa fünf Prozent. Für Anwender empfiehlt es
sich daher, bei der Investition in eine USV-Anlage in Fünf-Jahres-Zeiträumen zu planen. Damit liegt die Kapazität
des Systems bei der Anschaffung 25 Prozent über dem aktuellen Bedarf - das schafft Investitionssicherheit und
entspricht zudem der durchschnittlichen Batterielebenszeit.
Notwendige Überbrückungszeit für das kontrollierte Herunterfahren im Notfall
Kleinere Systeme lassen sich in der Regel in zehn bis 30 Minuten herunter fahren. Bei größeren Unix-Maschinen vergeht
jedoch teilweise über eine halbe Stunde, bis das Betriebssystem und alle Programme geordnet heruntergefahren sind.
Die sichere Abschaltung großer Anlagen wie Fertigungsstraßen kann allerdings auch mehrere Stunden dauern.
Die typische Überbrückungszeit der Geräte auf dem Markt reicht hier von fünf Minuten bis zu einer halben Stunde bei
Volllast. Der Einbau zusätzlicher Batterieeinheiten verlängert die Autonomiezeiten dementsprechend.
Betriebs- und Wartungskosten für eine USV
Eine komfortable Management- und Monitoring-Software ist vor allem bei der Absicherung von Netzwerk-Servern besonders
wichtig. Dabei sollte vorher geprüft werden, ob die Software mit den installierten Betriebssystemen kompatibel ist.
Fernüberwachung, Statusanzeigen und Schnittstellen der USV
Eine besonders leistungsfähige Shutdown- und Management-Software ermöglicht beispielsweise die Fernüberwachung der
USV-Anlage von jedem Punkt im Netzwerk aus. Dies geschieht über einen seriellen Kommunikationsanschluss, eine Software
nach SNMP-Standard (Simple Network Management Protocol) oder über das Internet. Das bedeutet, dass ein
Netzwerkadministrator die USVs im Netzwerk weltweit steuern und überwachen kann, egal wo er sich befindet. Bei allen
USVs kann man eine RS-232-Schnittstelle und eine Software nach SNMP-Standard inzwischen voraussetzen.
Die Installation einer USV
Zu Gewicht und Größe der USV: Im Büro-Bereich werden USVs vorwiegend zur dezentralen Absicherung eingesetzt. Hier ist
der Trend zu immer kleineren, kompakteren Anlagen unübersehbar. Beim Kauf sollte vor allem auf das Laufgeräusch der
Anlage geachtet werden, schließlich wird das Gerät oft direkt in die Arbeitsplatzumgebung integriert.
In größeren Rechenzentren oder kritischen Umgebungen – zum Beispiel Produktionsanlagen – ist die Verwendung von USVs
im Rackmount-Format ratsam. Die Vorteile der Unterbringung in 19-Zoll-Datenschränken liegen auf der Hand: Die Integration
der USV in vorhandene Rechnergehäuse trägt zur Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit der Anlage bei. Darüber hinaus bietet
ein gut ausgestattetes Rack effektiven Schutz gegen alltägliche Gefahrenquellen wie Staub, Schmutz und Wasser – auch die
Geräuschentwicklung wird auf diese Weise erheblich reduziert. Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen bietet sich der Einbau
von USVs in 19-Zoll-Datenschränke an: Dort sind die Komponenten vor Fehlbedienungen oder dem Zugriff Unbefugter geschützt.
Last but not least verhindert ein Einbau in den unteren Gehäuseeinschub Wärmestaus und optimiert den Schwerpunkt des
Schranks.
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